Vogel des Jahres 2021:
Das Rotkehlchen!

 

 

 

 

 

 

Foto: Erhard Nerger

Emsland/Grafschaft Bentheim – Das Rotkehlchen ist von den Menschen in Deutschland zum „Vogel des Jahres“ 2021 gewählt worden – es hatte den Schnabel vorn vor der Zweitplatzierten, der Rauchschwalbe. An der Wahl, die anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Aktion „Vogel des Jahres“ stattfand, hatten sich hunderttausende Bürger und Bürgerinnen bundesweit beteiligt. Die NABU Regionalgeschäftsstelle Emsland/Grafschaft Bentheim gratuliert dem virtuosen Sänger zu seiner Wahl – wohl wissend, dass das Rotkehlchen eine der beliebtesten Vogelarten in Deutschland ist; zugleich rufen die Naturschützer auf, Hand anzulegen und Niedersachsens Gärten „rotkehlchenfreundlich“ zu gestalten.

 

„Eine Vielzahl an Anfragen erreichen uns das ganze Jahr über rund um das Thema Vögel, insbesondere auch zum Rotkehlchen“, berichtet Hanna Clara Wiegmann, Leiterin der NABU Regionalgeschäftsstelle Emsland/Grafschaft Bentheim. „Das mag daran liegen, dass das Rotkehlchen recht vertraut zu sein scheint, an Futterplätzen ganzjährig auftaucht und einen auffälligen und sehr melodischen Gesang bietet.“, vermutet Wiegmann. „Das Rotkehlchen bleibt oft in der Nähe des Menschen, sogar beim Umgraben im Garten oder der Bepflanzung von Töpfen auf dem Balkon, von wo aus es in der bearbeiteten Erde nach Futter wie Würmern, Spinnen und Insekten sucht.“

 

Rotkehlchen als Insektenfresser lieben Vielfalt, zum Beispiel wilde Ecken und scheinbare Unordnung im Garten. Sie brüten in der Regel bodennah in Stängel- und Asthorsten, Holzstapeln, sogar Erdlöchern, Nischen in Mauerwerk und anderen geschützten Plätzen, mitunter sogar in Halbhöhlen-Nistkästen, wenn diese versteckt und niedrig angebracht werden. "Aber entscheidend für das Rotkehlchen ist die breite Nahrungsgrundlage - je vielfältiger, blüten- und deckungsreicher und damit insektenfreundlicher ein Garten ist, desto größer ist die Chance, dass sich dort ein Rotkehlchen ansiedelt", fasst Wiegmann zusammen. Der Bestand des Rotkehlchens beläuft sich bundesweit auf etwa 2,5 bis 4 Millionen Brutpaare. "Es ist zwar derzeit nicht gefährdet, aber das will nichts heißen", sagt Wiegmann. Auch dieser Art machten die galoppierende Ausräumung der Landschaft, der Verlust an artenreichen Wegsäumen und Waldrändern, der Landschaftsverbrauch durch Überbauung und auch die Bejagung dieses "Teilziehers" im Süden Europas zu schaffen, wie die NABU-Mitarbeiterin unterstreicht.

 

"Wer dem Rotkehlchen helfen will, kann dies auf vielfache Weise tun; im eigenen Garten oder Kleingarten sollten möglichst nur heimische Bäume, Sträucher und Stauden gepflanzt werden, damit die Rotkehlchen und andere Piepmätze ausreichend Nahrung und Deckung finden. Besonders gut geeignet sind ein paar 'wilde Ecken', zum Beispiel aus Reisighaufen, locker aufgeschichtet, und gern auch von Stauden oder Wildkräutern umstanden - da darf dann auch schon mal die Brennnessel oder die Knoblauchrauke hochkommen. Denn immer folgen auch Insekten - das Büffet der Rotkehlchen ist dann reichlich gedeckt", sagt Hanna Clara Wiegmann. "Wer es versuchen möchte, dem Rotkehlchen einen Nistkasten anzubieten, sollte auf eine so genannte Halbhöhle zurückgreifen, die mit etwas Geschick aus Holz selbst gebaut oder aus dem sehr bewährten und witterungsbeständigen Material Holzbeton im Fachhandel gekauft werden kann. In diese Halbhöhlen ziehen mitunter auch andere 'Mieter' wie Grauschnäpper, Sperlinge, Rotschwanz oder Bachstelze ein, deshalb sollten sie, wenn sie gezielt für das Rotkehlchen angeboten werden sollen, in nur mittlerer Höhe angebracht werden, am besten etwas 'versteckter', und vor allem so, dass er von Katzen nicht so leicht erreicht werden kann", beschreibt Wiegmann den praktischen Schutz für das Rotkehlchen.

 

Immer wieder wird auch von Rotkehlchenbruten in abgelegenen Ecken von Schuppen und Carports berichtet. "Einmal brüteten sie sogar in einer offen stehenden Mülltonne, ein anderes Mal in einem Werkzeugkasten. Wenn solche Bruten in Gebäuden festgestellt werden, sollte auf jeden Fall darauf geachtet werden, dass ein Fenster oder eine Tür offensteht, damit die Tiere ungehindert aus- und einfliegen können", betont die NABU-Mitarbeiterin.

 

 

Allen, die dem „Vogel des Jahres“ 2021 im Garten, Kleingarten, Park oder auf dem Firmen- oder Schulgelände helfen möchten, bietet die NABU Regionalgeschäftsstelle Emsland/Grafschaft Bentheim ein kleines Info-Paket an, das aus der Bauplansammlung für Nisthilfen und der Farbbroschüre „Vögel im Garten“ besteht. Es kann angefordert werden gegen Einsendung eines 5-Euro-Scheins bei der NABU RGS Emsland/Grafschaft Bentheim, Haselünner Straße 15, 49716 Meppen.

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