Eisvogelprojekt im                      NABU Schaugarten

Der Eisvogel (Alcedo atthis), Vogel des Jahres 2009, wegen seines schillernden Gefieders gern auch ‚fliegender Edelstein’ genannt, steht bis Mitte 2012 im Mittelpunkt eines speziellen Projektes des NABU Niedersachsen. Der Bestand des Eisvogels wird in Mitteleuropa als rückläufig eingestuft. In Niedersachsen hat sich der Bestand nach jahrzehntelangem Rückgang auf ein niedriges Niveau von ca. 500 Brutpaaren eingependelt, die sich relativ gleichmäßig auf das Land verteilen. Lediglich im Naturraum „Watten und Marschen“ gibt es kaum Vorkommen. Eigentlich sollte das Verbreitungsbild die Flussläufe nachzeichnen. Stattdessen findet man ein Streumuster vor, wie übrigens auch bei Flussregenpfeifer und Uferschwalbe. Regulierungen und Uferverbau haben diese Arten von den Flüssen in die Oberläufe der Fließgewässer und an Abgrabungen und Teichwirtschaften verdrängt.

 

Der Eisvogel ist eine in Deutschland streng geschützte Vogelart und wird in der Roten Liste der in Niedersachsen und Bremen gefährdeten Brutvögel aus dem Jahr 2007 als ‚gefährdet’ eingestuft.

Der wichtigste natürliche Gefährdungsfaktor für den Eisvogel ist die Winterstrenge. Während er zur Kompensation strenger Winter jedoch im Laufe der Evolution eine Strategie entwickelt hat – die sogenannten Schachtelbruten, also mehrere Bruten in unterschiedlichen Entwicklungsstufen – ist er der Eutrophierung, der Verschmutzung und dem Ausbau der Fließgewässer hilflos ausgeliefert. Denn dadurch verschlechtert sich dauerhaft das Nahrungsangebot und auch Steilufer als natürliche Brutmöglichkeiten gehen verloren. Das Umweltbundesamt stuft nur ganze zehn Prozent unserer Fließgewässer als naturnah ein, in Niedersachsen liegt die Zahl noch niedriger.

 

Der Eisvogel ist ein Höhlenbrüter und gräbt seine 50 bis 90 Zentimeter lange Höhle mit dem Schnabel in senkrechte oder leicht überhängende Lehm- oder Sandwände. Am liebsten werden ein bis drei Meter hohe Abbrüche direkt am Nahrungsgewässer besiedelt. Aber auch geeignete Steilwände in bis zu zwei Kilometern Entfernung vom Wasser, beispielsweise große Wurzelteller umgestürzter Bäume, können zum Brutplatz werden.

 

Während eine Renaturierung von Gewässerstrecken ein langfristiger Prozess vieler beteiligter Interessenvertreter ist, kann der Brutplatzmangel vom NABU aktiv durch eine Erste-Hilfe-Maßnahme aufgefangen werden. Bereits in der Vergangenheit haben einige NABU-Gruppen in Eigeninitiative künstliche Steilwände für den Eisvogel gebaut. Im Rahmen eines Modellprojektes der NABU Umweltpyramide Bremervörde wurden nun Erfahrungen mit einer Niststation gesammelt, die für dieses landesweite Artenschutzprojekt genutzt werden. 

Bilder vom Bau der Eisvogel-Nisthilfen

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