Eindrucksvolle
Naturführung:
„Wiesenvögel in
den Leher Wiesen“
Am Samstag, den 25.04.2026, fand in den Leher/Dörpener Wiesen eine eindrucksvolle Naturführung statt. Bei der gemeinsamen Veranstaltung der AG Naturschutz, der Leher/Dörpener Bauern sowie des
Hofes Lampen (Solawi)in den Emsauen trafen sich insgesamt 15 Teilnehmer – darunter auch einige interessierte Kinder – beim Klärwerk am Rand der Leher Wiesen. Pünktlich um 9 Uhr startete die Gruppe zu
einer dreistündigen Erkundungstour, die bis zum Mittag andauerte.
Bereits nach kurzer Zeit zeigte sich die besondere Artenvielfalt der Landschaft: Gleich acht Große Brachvögel, fünf Braunkehlchen und vier Uferschnepfen konnten beobachtet werden – allesamt stark gefährdete Arten der Roten Liste (Kategorie 1). Auch drei Rohrweihen (Rote Liste 3) zogen ihre Kreise über dem Gebiet. Besonders erfreulich war zudem die Sichtung von rund 30 Kiebitzen (Rote Liste 2) sowie etwa 25 Wiesenpiepern (Rote Liste 2), die die Wiesen mit ihrem charakteristischen Gesang belebten.
Die Führung machte einmal mehr deutlich, wie gut die Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Naturschutz in den Leher/Dörpener Wiesen funktioniert. Dieses enge Miteinander – wie es bei der gemeinsamen Veranstaltung sichtbar wurde – ist ein entscheidender Faktor für den Erhalt der wertvollen Lebensräume und ihrer seltenen Bewohner.
Wiesenvögel schützen –
Zusammenarbeit, die wirkt!
Unsere Wiesenvögel wie Kiebitz, Brachvogel und Uferschnepfe werden immer seltener. Doch es gibt Hoffnung: Seit 30 Jahren arbeiten Landwirte der Leher Wiesen eng mit der
AG Naturschutz Emsland Nord/Ostfriesland Süd zusammen – eine Kooperation, die echten Unterschied macht.
Was geschieht:
Landwirte nutzen die Wiesen erstmal mit Blick auf die Heugewinnung, dürfen aber erst mähen, nachdem die Jungvögel ausgebrütet sind.
Naturschützer dokumentieren präzise, wo alle Wiesenvögel fertig gebrütet haben.
Seit 2025 unterstützt Willi Düring vom Verein Kitzrettung Lehe e.V. mit Drohnen, die Nester aufzuspüren und sichtbar zu machen.
Warum das wichtig ist:
So bleibt genug Zeit für Ei- und Jungvogel-Entwicklung.
Mähen kommt den Vögeln zugute, nicht dem Schnittertrag.
Kooperation von Landwirten, Naturschutz und moderner Technik
schützt seltene Wiesenvögel nachhaltig!
Was ist in diesem Fall passiert:
Hier wurde ein Rohrweihennest gesichtet.
Der Landwirt hat bis Ende Juli mit dem Mähen gewartet.
Ein Bericht aus dem Jahr 2000 zur Verlegung der B 401
Strahlende Gesichter gibt es im November 1987 im Rathaus der Gemeinde Dörpen. Die Verlegung der L 50 (B 401) soll doch noch erfolgen,obwohl sie aus finanziellen Gründen zunächst auf Eis gelegt werden sollte.Diese Entscheidung bedeutete für die Naturschutzverbände, insbesondere für die Naturschutzgruppe Unterems in der BSH, höchste Alarmstufe, denn die Trasse sollte mitten durch das bestehende Wiesenvogelbrutgebiet des nördlichen Emslands und des südlichen Ostfrieslands geführt werden. Alle seltenen Arten wie Brachvogel, Kiebitz, Uferschnepfe, Rotschenkel, Bekassine, Braunkehlchen, Schwarzkehlchen u. a., die seit Jahren auf den Roten Listen stehen, kommen hier vor. Die Straßenführung war auch noch mitten durch die Kernbereiche geplant. In vielen Eingaben an zuständige Behörden, Politiker und Verbände machten die Naturschützer auf die Bedeutung der Leher Wiesen aufmerksam. 45 Brutvogelarten, von denen 10 bundes- und 9 niedersachsenweit als gefährdet oder sogar stark gefährdet genannt werden sowie 155 Pflanzenfamilien, die als botanisch sehr wertvoll einzustufen sind, dient das Gebiet als Lebensraum.Durch viele Zeitungsartikel, einem Sternmarsch ins Gebiet sowie dem 1. Emsländischen Naturschutzwochenende in Ahmsen wurde die Öffentlichkeit aufmerksam gemacht. Dadurch konnte die geplante schnelle Fertigstellung der Straße zunächst verhindert werden. Es mussten Kompromisslösungen gefunden werden.Diese zeichneten sich durch die Verlegung der Trasse aus den Kernbereichen der Wiesenvögel in Richtung Norden durch intensive Ackerflächen ab. Der Planfeststellungsbeschluss der Bezirksregierung Oldenburg vom 2.2.1994 weist aus, dass durch geeignete Maßnahmen wie Extensivierung der Grünlandbereiche sowie Vernässungsmaßnahmen die angestrebte Brutdichte der Zeigerarten (u. a. Kiebitz) von damals 1,8 Paaren/10 ha auf 4,1 Paare/10 ha gesteigert werden sollen. Nach 5 bzw. 10 Jahren sind Erfolgskontrollen vorzunehmen.Seit 1996 bewirtschaften 4 Landwirte ein ca. 120 ha großes extensives Grünlandgebiet unter Bewirtschaftungseinschränkungen und erhalten dafür einen finanziellen Ausgleich. Ein Gremium bestehend aus Vertretern des Landkreises Emsland, des Emsländischen Landvolkes in Aschendorf, der Landwirtschaftskammer in Aschendorf, des Bundesforstamtes Sprakelerheide sowie der BSH begleitet die Arbeit der Landwirte. Hier hat sich ein sehr freundschaftliches Verhältnis zwischen Landwirten und Naturschützern entwickelt. Zur Optimierung des Gebietes trug auch die Errichtung von 6 Blänken bei, die 1997 von der Firma Bunte ausgehoben wurden und für viele Tier- und Pflanzenarten ein zusätzlicher, neuer Lebensraum bedeutet. Günter Voskuhl und Karl-Heinz Augustin von der BSH führen regelmäßig im Jahr Bestandsaufnahmen über die Entwicklung des Wiesenvogelbestandes durch. In diesem Jahr (2000) soll eine genaue Erfolgskontrolle, u. a. auch des tatsächlichen Bruterfolges, durch ein professionelles Institut durchgeführt werden.