Biologie, Verbreitung und Gefährdung des Goldregenpfeifers in Niedersachsen 

Biologie, Verbreitung, Gefährdung

Der letzte Nachwuchs des Goldregenpfeifers in der Esterweger Dose? Diese Art ist vom Aussterben bedroht. (Foto: Axel Degen)

Kennzeichen
Mit ca. 27 cm ist der Goldregenpfeifer etwas kleiner als ein Kiebitz. Sein Gefieder hat eine dunkle Oberseite mit ockergelb und weiß gezackten Federrändern sowie eine schwarze Unterseite. In den Sommermonaten kann man das Männchen durch eine dunkle Wangenfärbung und mehr Schwarz auf der Unterseite von den Weibchen unterscheiden. Im Jugend- und Schlichtkleid fehlt die Schwarzfärbung auf der Unterseite vollständig. Die Küken haben eine goldgelb und schwarz marmorierte Oberseite. Die Unterseite ist dagegen grauweiß gefärbt.

 

Stimme
Der Ruf ist ein melancholisch flötendes "düh", das bei Gefahr am Brutplatz ständig wiederholt wird. Der Gesang wird in großer Höhe im Balzflug vorgetragen und klingt klagend rhythmisch "pü-pii-u, pü-pii-ü,..."

 

Verbreitung
Das Brutareal erstreckt sich von Island über Irland, Großbritannien, Skandinavien, das Baltikum bis nach Sibirien. In Mitteleuropa, wo die Art ursprünglich in einem breiten Band von Belgien bis Polen brütete, finden sich heute die letzten Vorkommen in den Mooren Westniedersachsens.

 

Der Lebensraum
Der Goldregenpfeifer ist ein typischer Vogel der Hochmoore und Heiden. Als Brutlebensraum benötigt er offene, feuchte Flächen mit niedriger Vegetation (max. 20 cm) auf denen er ungehindert laufen kann und die er gut zu überblicken vermag. Die heutige mitteleuropäische Restpopulation brütet ausschließlich auf industriellen Abtorfungsflächen, da die natürlichen Lebensräume (naturnahe, offene Hochmoore) zerstört wurden.

Goldregenpfeifer-Beringung (Foto: Axel Degen)

Fortpflanzungsbiologie
Die Goldregenpfeifer treffen etwa ab Mitte März in den Brutgebieten ein. Das Männchen legt ab Anfang April mehrere Nestmulden vorzugsweise in vegetationsarmen, leicht erhöhten Torfbereichen mit freier Sicht an. Das Weibchen beginnt ab Mitte April mit der Eiablage. In der Regel werden 4 Eier gelegt.

Männchen und Weibchen wechseln sich bei der Brut ab. Die Brutzeit beträgt ca. 29 Tage. Bei einem Verlust des Erstgeleges wird häufig ein Nachgelege angelegt. Die Küken sind Nestflüchter und gehen in feuchten und vegetationsarmen Hochmoorbereichen selbständig der Nahrungssuche nach.

Alt- und Jungvögel leben ausschließlich von tierischer Nahrung. Die Elterntiere bewachen die Küken bis sie nach knapp 40 Tagen flügge werden und wegziehen.

 

Gefährdung und Schutz
Bemühungen zum Schutz geeigneter natürlicher Hochmoore als Lebensraum für den Goldregenpfeifer gehen bis in die 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts zurück; hatten letztlich aber aufgrund anderer gesellschaftlicher Ansprüche an die Nutzung der Hochmoore keinen Erfolg. Alle ehemals vom Goldregenpfeifer besiedelten natürlichen Hochmoore sind durch Kultivierung und Torfabbau vernichtet worden. Der Goldregenpfeifer brütet heute zwar in einigen Torfabbauflächen; gleichzeitig entstehen durch die dort tätigen Maschinen und Geräte aber auch erhebliche Gefahren für Gelege und Jungvögel. Weitere Gefahren lauern auf den Goldregenpfeifer durch seine natürlichen Feinde wie insbesondere den Fuchs oder auch Greifvögel wie Mäusebussard, Wiesenweihe und Wanderfalke.



Den gesamten Text zum Goldregenpfeifer finden Sie auf der Seite des NLWKN.

 

(Quelle: http://www.nlwkn.niedersachsen.de/portal/live.php?navigation_id=8085&article_id=44052&_psmand=26)

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