Esterweger Dose

Hochmoor- und Wiedervernässungsflächen

in der Esterweger Dose

 

Ansprechpartner:

Theo Lüken

Telefon 0 49 67 / 6 45

20 Teilnehmer bei Moorwanderung in der Esterweger Dose

Naturschutzgruppen: Gesamtkonzept und Biologische Station äußerst wünschenswert!

Zu einer Moorwanderung im Bereich der Esterweger Dose hatte die Arbeitsgemeinschaft der Naturschutzverbände Nördliches Emsland/Südliches Ostfriesland ( BSH, Nabu und Bund) eingeladen. Ca. 20 Teilnehmer folgten dieser Einladung und ließen sich am vergangenen Samstag über den ökologischen Zustand der Moorflächen informieren.

Wie Kalle Augustin und Theo Lüken als Vertreter der Naturschutzverbände  zunächst erläuterten, ist das ca. 5000 ha große Hochmoorgebiet der Esterweger Dose der Rest eines einst riesigen Moores, welches das größte zusammenhängende Hochmoorgebiet in Mitteleuropa war.  Obwohl das gesamte Gebiet der  Esterweger Dose  bereits seit 2005 unter Naturschutz gestellt ist, werden auch heute noch große Teile des Moores für den Torfabbau genutzt. Abtorfungen seien auf großen Teilflächen noch für die nächsten ca. 20 Jahre genehmigt.  Hierbei muss aber eine 60cm dicke, gewachsene   Schwarztorfschicht erhalten bleiben, um so eine Wiedervernässung des Moores zu ermöglichen. Zurzeit sei etwa die Hälfe der Gesamtfläche bereits wiedervernässt.

Bei der anschließenden Wanderung am Rande der Moorlandschaft konnten die Teilnehmer  einige der seltenen Pflanzenarten, die es im Moor gibt, selbst in Augenschein nehmen. Dazu zählen z. B. Torfmoos und Sonnentau.  Auch seltene Tierarten  wie Rotschenkel, Großer Brachvogel, Uferschnepfe, Kranich oder Große Moosjungfer sind hier  beheimatet.  Und schließlich hat der  Goldregenpfeifer sein letztes verbliebenes Brutgebiet in Mitteleuropa in der Esterweger  Dose.

Auch auf die Probleme im Zusammenhang mit der Erhaltung des Moores wurde eingegangen. Dabei verursacht aus Sicht des Naturschutzes vor allem die Verbuschung der Moorlandschaft durch Aufschlag von Birken oder Traubenkirschen große Probleme.  Diese entziehen dem Boden zu viel Feuchtigkeit und nehmen den moortypischen und seltenen Pflanzenarten damit die Lebensgrundlage.  Um ein Zuwachsen des Moores zu verhindern, bedürfe es hier eines vernünftigen Konzeptes mit z.B.  auch  einer Beweidung der Flächen durch Schafe oder  Rinder.

Ein Gesamtkonzept für die Esterweger Dose dürfe auch ruhig touristische Elemente beinhalten,  wie das von den Niederländern in Bargerveen vorgemacht wird. Die Pflege der Moorflächen durch Hüteschäfer mit ihren Schafherden sei, auch  von dieser Seite betrachtet, sicherlich von großem Wert. Gelenkte Führungen und Moorbahnen, mit mehreren Ein- und  Aussteigemöglichkeiten am Rande des Moores, auch für Fahrradtouristen, könnten das Konzept ergänzen und somit auch Touristen wertvolle Einblicke in die ökologische Bedeutung  des Hochmoores vermitteln. Eine biologische 

Station für den  Bereich der Esterweger Dose einzurichten sei zudem äußerst wünschenswert.

Nach einem kurzen Abstecher zu einer Hochmoorgrünlandfläche, auf der  seit 35 Jahren regelmäßig eine kleine Gallowayherde für eine offene Landschaft im Sinne des Naturschutzes sorgt und so ganz nebenbei wertvolle Moororchideen erhält, traf sich die Teilnehmergruppe abschließend   zum Buchweizenpfannkuchenessen  in  Befis Garten. 

Esterweger Dose als Naturschutzgebiet ausgewiesen

Größter Hochmoorkomplex in Niedersachsen – einzigartiger Naturraum

Den Goldregenpfeifer freut es besonders: Die Esterweger Dose – der größte Hochmoorkomplex in Niedersachsen – steht ab sofort unter Naturschutz. Der NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) hat das Gebiet jetzt als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Das in den Gemeinden Saterland, Rhauderfehn und Ostrhauderfehn sowie der Samtgemeinde Nordhümmling gelegene Naturschutzgebiet ist fast 4.800 Hektar groß. "Durch die Ausweisung als Naturschutzgebiet können wir diesen einzigartigen Naturraum sichern und schaffen gleichzeitig die Grundlage für die Weiterentwicklung nach Beendigung des auf einigen Flächen noch zeitlich befristet stattfindenden Torfabbaus", sagt Dirk Röckendorf, der beim NLWKN in Oldenburg im Geschäftsbereich Naturschutz arbeitet. Die Esterweger Dose ist Teil des europäischen Schutzgebietsnetzes "Natura 2000" und ist sowohl als Gebiet nach der Fauna-Flora-Habitatrichtlinie der EU (FFH-Gebiet) als auch als Vogelschutzgebiet geschützt. Der hochgradig gefährdete Goldregenpfeifer hat hier seine Heimat – es ist eines der letzten Vorkommen in Mitteleuropa. Zudem finden Zugvögel wie Kiebitz, Rotschenkel, Uferschnepfe und Großer Brachvogel sowie das Schwarzkehlchen hier ihre Brutplätze. Die Verordnung ist bei den Gemeinden Saterland, Rhauderfehn und Ostrhauderfehn sowie der Samtgemeinde Nordhümmling oder beim NLWKN in Oldenburg (Ratsherr-Schulze-Straße 10) nachzulesen. (Quelle: NLWKN.niedersachsen.de)

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