Emsauen

Emsauen -

Feuchtwiesengebiete an der Ems

 

Ansprechpartner:

Manfred Trzoska

Pflege- und Entwicklungsplan für das Emstal

Die von der BSH mitkartierten Emsauen, angefangen vom Segelflugplatz Herbrum bis zum Papenburger Hafen, haben eine Größenordnung von 738,1 ha. Dazu zählen auch die Tunxdorfer Schleife und die Vellager Außendeichwiesen.Die Nutzung im Außendeich erfolgte 1999 durch Pferdewiesen (15,2 ha), intensive Schafweide (18,2 ha), intensive bis extensive Rinderweide (144,6 ha), Mähwiese (194,1 ha) und Acker (12,3 ha). Der Rest bestand aus Gebüsch und Wald (58,5 ha), Schilfröhricht (50,5 ha), Rohrkolbenröhricht (16,9 ha) und Brache (227,8 ha).Wie aus den Zahlen deutlich wird, handelt es sich um ein vielfältiges Mosaik unterschiedlicher Nutzungen. Diese haben sich vor allem in den 90-iger Jahren von der Wiesen- und Weidenutzung in Richtung Brache, Röhrichte und Wald verschoben. Ende der 80-iger, Anfang 90-iger Jahre war das Gebiet nördlich der Rheder Brücke bis Tunxdorf Lebensraum vor allem für Wiesenvögel, wie z.B. Uferschnepfe (10 Paare), Bekassine (8 Paare), Brachvogel (12 Paare) und Kiebitz (17 Paare). Mit dem Biotopwandel sind diese Arten merklich zurückgegangen. Heute sind die Arten der Röhrichte und Brache auf dem Vormarsch. 1999 hatten wir in dem genannten Bereich 32 Braunkehlchen, 6 Blaukehlchen, 26 rufende Wachtelkönigmännchen (im gesamten Deichvorland 43), der höchste Bestand der Rote-Liste-Art 1 in Westniedersachsen, aber auch noch 17 Kiebitze, 6 Große Brachvögel, 11 Rotschenkel. Die Uferschnepfenpopulation und die der Bekassine ist auf je 2 Paare geschrumpft.Das Gebiet ist außerdem wichtig für Zug- und Rastvögel. Zwischen 1995 und 1999 konnten hier anhand der Durchzugszahlen die Populationen des Kampfläufers, Rotschenkels, Grünschenkels, Singschwans, Gänsesägers, Höckerschwans, der Graugans, Pfeifente, Spießente und Sturmmöwe als landesweit bedeutsam, die der Blässgans und des Zwergschwans sogar als international bedeutsam eingestuft werden.Der langsame Biotopwandel verpflichtet zur Aufstellung eines genauen Pflege- und Entwicklungskonzeptes. Der Bereich der offenen Landschaft (Wiese, Weide) muss weiterhin erhalten bleiben. Die Wiesenbrüter müssen ihren Lebensraum behalten, auch südlich der Rheder Brücke, wo z.B. der Große Brachvogel mit 7 Brutpaaren vorkommt, aber auch 44 Feldlerchen. Hierfür ist es auch sehr wichtig, dass der Sommerdeich funktionsfähig erhalten bleibt.Um den Lebensraum der neu hinzugekommenen Leitarten Wachtelkönig, Blaukehlchen und Braunkehlchen zu optimieren, bedarf es vor allem wegen der Pflege der Brache eines zielgerichteten Konzepts. Die Röhrichtsysteme sind hier zu integrieren. Eine flächendeckende Verbuschung darf nicht erfolgen, da ansonsten die Lebensmöglichkeiten der genannten Arten vernichtet würden.Der Wald entwickelt sich an vielen Stellen im Deichvorland. Wegen der guten Standortbedingungen ist eine gezielte Förderung nicht notwendig. Die beiden hier vorkommenden Rote- Liste- Arten Pirol und Nachtigall sind heute schon mit 2 bzw. 12 Paaren anwesend.Für die Pflege des Deichvorlandes müssten Gelder bei der EU beantragt werden. Das Vorkommen des Wachtelkönigs mit 43 Brutpaaren und das des Blaukehlchens mit sogar 74 Brutpaaren belegt eindeutig die Bedeutsamkeit dieses Gebietes. Außerdem ist der Bereich FFH-Gebiet und nördlich der Rheder Brücke durch die EU-Vogelschutzrichtlinie geschützt. Voraussetzung ist, dass die Landwirtschaft mit ihrer Pflege weiterhin in den Emsaußendeichwiesen gehalten wird.Um eine Vernetzung zu erreichen, müsste ein Gesamtkonzept mit Pflege- und Entwicklungsplan neben den Emsaußendeichflächen, die Bereiche des Herbrumer Altarms, die Tunxdorfer Ahe nebst Wiesen, die Vellager Außendeichwiesen (Ostfriesland), die Dieler Wiesen (Ostfriesland), die Brualer Wiesen und Rheder Wiesen umfassen.

 

Karl-Heinz Augustin

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